Erste Tomaten und Bienenparadies

Kaum einen Monat ist es her, seitdem die Setzlinge im Schulgarten angepflanzt wurden. Bereits drei Wochen später sind an einigen Tomatenstauden die ersten Früchte zu sehen. Jetzt heisst es «ausgeizen», d.h. die Seitentriebe in den Blattachseln auszubrechen. So kann die Staude ihre Kraft auf den Stamm konzentrieren und grössere und aromatischere Früchte bilden. Aber auch um den Folientunnel herum grünt und blüht es. Eine Gründüngung, die Daniel Helfenstein angelegt hat, ist das reinste Bienenparadies.

Stickeln und Schnüren

Unsere Leinpflänzchen sind nun etwa 20 cm hoch. Zeit, ein stützendes Netz anzulegen, das die empfindlichen Stängel vor Bruch schützt. Deshalb werden alle 50 cm Holzstickel eingeschlagen, um die herum ein Schnurkreuz angelegt wird. Nun finden die Pflänzchen Halt, wenn sie in den nächsten Tagen heranwachsen. Für eine Verarbeitung zu Garn müssen die Pflanzenfasern nämlich möglichst lang sein. Ein Knicken der Stängel würde sie unbrauchbar machen.

Linas Gemüse im Schulgarten?

Sechzehn verschiedene Sorten Tomaten, Grüner Heinrich, Etagenzwiebeln und «Elefantenrüssel-Chili» wachsen seit einigen Tagen in Rüschlikons Schulgarten. Alte, wenig bekannte Sorten – viele aus dem Programm von ProSpecieRara.

Daniel Helfenstein hat dem Ortsmuseum im Schulgarten Gastrecht eingeräumt. Gemeinsam mit dem Team des Ortsmuseums werden die Pflanzen nun gehegt und gepflegt. Auch wenn Lina Abegg vielleicht keine «Elefantenrüssel-Chili» anpflanzte – in ihrem Garten wuchsen bestimmt Borretsch, Salatrauke und vielleicht sogar Adliswiler Baumspinat.

Wir werden an dieser Stelle regelmässig über das Gedeihen der Pflanzen berichten.

Eine Leinenhose mit vielen Vorteilen

Die Pflänzchen gucken nun schon einige Zentimeter aus dem Boden. Das Unkraut lässt sich heute problemlos aus der feuchten Erde entfernen. Die angebauten drei Quadratmeter Flachs würden dereinst ausreichen für eine Leinenhose. Leinenstoff hat viele Vorteile. Das Gewebe wirkt kühlend, fusselt nicht, ist atmungsaktiv, schmutzabweisend und soll keimtötende Eigenschaften haben. Das ist doch gerade in Zeiten wie diesen eine gute Nachricht!

Der Flachs wächst!

Das vermehrte Giessen und die Regenschauer des Wochenendes haben unsere Pflänzchen zum Wachsen angeregt. Wie schön, dass es nun aus allen Reihen spriesst! Doch auch das Unkraut will wachsen – was heisst: Bald ist Jäten angesagt.

Zaghaftes Spriessen

Unser Flachs, resp. Lein hat es nicht eilig. Doch nach rund 190 Stunden spriessen endlich erste Keimblätter!  Ob ihm der steinige Boden nicht so zusagt? Wir hoffen, die restlichen Pflänzchen mit dem botanischen Namen Linum usitatissimum, was so viel heisst wie «der nützlichste (Lein)», werden sich  bald tapfer durchkämpfen.

Flachsanbau Aussaat

Am 14. April startet nun unser Versuch, im Garten Flachs anzupflanzen. Die Wetterbedingungen sind ideal. Das Saatgut heisst «Felice», was optimistisch stimmt. Die Aussaat erfolgt in 4er-Reihen, dazwischen wird ein Durchgang von ca. 30 cm angelegt. Diese Struktur hilft bei der Pflege und dem späteren «Stickeln und Schnüren».  Die Leinsamen werden in die Rillen gesät und nur so weit mit Erde bedeckt «dass noch die Kirchenglocken zu hören sind». Schon nach rund 100 Stunden sollten die ersten Keimlinge zu sehen sein!

Flachsanbau im Garten des Museums

Flachs ist eine der ältesten Kulturpflanzen und begleitet den Menschen seit es Ackerbau gibt. Im Rahmen der Ausstellung «Ein Jahr mit Abeggs – wärchä, schaffä, hushaltä» pflanzen wir in einem ca. 1 x 3 Meter grosssen Beet neben dem Museum Flachs an. Unterstützt werden wir dabei von Michèle Woodtli von der Projektgruppe ziehLein.

Der erste Schritt erfolgte mit der Vorbereitung des Bodens. Mitarbeiter des Tiefbauamts Rüschlikon mussten zuerst viele Steine abtragen und Erde aufschütten.

Früher stand an der Stelle eine Weinpresse, ab Mitte April soll hier Flachs wachsen.

Traditionsgemäss wird Flachs am 100 Tag des Jahres ausgesät. Weil Ostern in diese Zeit fällt, haben wir den Termin für die Aussaat auf den 14. April angesetzt.

Die Steinsuppe

Bei schönstem Herbstwetter fanden am letzten Oktobersamstag viele Familien den Weg ins Museum, um sich das Figurenspiel «Die Steinsuppe» anzuschauen. Die Geschichte vom Wolf, der bei einer Henne «Steinsuppe» kocht, bezauberte Klein und Gross. Die Figurenspielerin Marianne Sommer zauberte Tier um Tier aus ihrem Koffer. Danach gab es auch im Museum eine köstliche «Steinsuppe», die wie in der Erzählung für Wärme und Geselligkeit sorgte

Bring dein liebstes Spielzeug ins Museum

Am Samstag, 29. Juni, waren Gross und Klein aufgefordert, ihr liebstes Spielzeug ins Museum zu bringen. Trotz der grossen Hitze hat uns «Joggeli» besucht, der mit seinen rund achtzig Jahren noch beachtliche turnerische Leistungen vollbringt. Aus dem gleichen Privathaushalt stammen auch das «Symphonium» und die handbemalten Matrjoschkas, von denen die kleinste nur einen halben Zentimeter misst. Herzlichen Dank an die Besucherin. Wir hatten viel Spass zusammen!